Stellungnahme des JGV Rosenhügel zur aktuellen Berichterstattung über die Wolsdorfer Kirmes

Im Nachgang zur Kirmes haben Berichte der Rundschau und des Kölner Stadt-Anzeigers über einen Vorfall auf der Wolsdorfer Kirmes große Aufmerksamkeit erregt. Dabei soll eine Gruppe von Besuchern während eines Musikstücks diskriminierende und fremdenfeindliche Parolen skandiert haben.

Als Veranstalter der Wolsdorfer Kirmes haben wir von diesem Vorfall erst im Nachgang durch Medienanfragen erfahren.

Unabhängig davon möchten wir unmissverständlich klarstellen: Rassismus, Diskriminierung, Extremismus und jede Form von Gewalt haben auf unserer Kirmes keinen Platz. Die Wolsdorfer Kirmes steht seit Generationen für Gemeinschaft, Offenheit, Respekt und ein friedliches Miteinander. Verhaltensweisen, die diesen Werten widersprechen, tolerieren wir nicht.

Die Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher hat für uns höchste Priorität. Deshalb setzen wir Jahr für Jahr umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen um. Dazu gehören unter anderem ein professioneller Sicherheitsdienst, Videoüberwachung in ausgewählten Bereichen, Absperrmaßnahmen sowie die enge Zusammenarbeit mit Polizei, Ordnungsamt, Rettungsdiensten, Schaustellern, Anwohnern und den beteiligten Vereinen. Unser Ziel ist es, allen Gästen ein sicheres und unbeschwertes Kirmeserlebnis zu ermöglichen.

Gleichzeitig betrachten wir die aktuelle Berichterstattung kritisch. Ein einzelner Vorfall, verursacht durch wenige Besucher, wird zum zentralen Merkmal einer mehrtägigen Veranstaltung gemacht, die von tausenden Menschen friedlich besucht wurde. Dadurch entsteht ein Bild der Wolsdorfer Kirmes, das nach unserer Auffassung weder den tatsächlichen Charakter der Veranstaltung noch die Erfahrungen der überwältigenden Mehrheit unserer Gäste widerspiegelt.

Besonders bedauerlich finden wir, dass die vielen positiven Aspekte der Kirmes und das enorme ehrenamtliche Engagement kaum Beachtung finden. Hunderte ehrenamtliche Stunden fließen jedes Jahr in die Vorbereitung und Durchführung dieser Traditionsveranstaltung. Die Maikönigspaare, der Festzug, die musikalischen Auftritte, die Schausteller, die Vereine sowie das friedliche und generationsübergreifende Miteinander prägen die Wolsdorfer Kirmes weit stärker als das Fehlverhalten einzelner Personen.

Wir stehen zu unserer Verantwortung als Veranstalter und nehmen jede Form von Diskriminierung ernst. Gleichzeitig bitten wir darum, die Wolsdorfer Kirmes nicht auf das Verhalten weniger Personen zu reduzieren. Die Kirmes ist seit Jahrzehnten ein familienfreundlicher Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und des Ehrenamts – und genau das bleibt ihr prägender Charakter.

Wir danken allen Besucherinnen und Besuchern, den Einsatzkräften, den Vereinen, Schaustellern und insbesondere den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die auch in diesem Jahr zu einer friedlichen und erfolgreichen Wolsdorfer Kirmes beigetragen haben.

 

Ergänzung vom 07.06.2026:

Im Zusammenhang mit der Berichterstattung der Rundschau und des Kölner Stadt-Anzeigers zur Wolsdorfer Kirmes haben wir am 02.06.2026 die zuständige Lokalredaktion um eine Stellungnahme zu verschiedenen Fragen gebeten. Die Anfrage wurde gleichzeitig an weitere Beteiligte Vereine sowie den Bürgermeister der Stadt Siegburg zur Kenntnisnahme übersandt.

Bis zum heutigen Tage, dem 07.06.2026, haben wir auf diese Anfrage keine Antwort erhalten.

Da die Berichterstattung erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung unserer Veranstaltung, unserer Vereine und vieler ehrenamtlich engagierter Menschen hat, halten wir es für angemessen, unsere Fragen und Anmerkungen an die Redaktion an dieser Stelle transparent zu veröffentlichen.

Wir bedauern, dass bislang keine Gelegenheit zu einem offenen Austausch über unsere Kritikpunkte und die aus unserer Sicht einseitige Darstellung der Wolsdorfer Kirmes geschaffen wurde. Gerade bei Themen mit erheblicher öffentlicher Wirkung halten wir einen fairen Dialog zwischen Berichterstattern und den betroffenen Akteuren für wichtig.

Wir erwarten, dass künftig auch die Sichtweise der ehrenamtlich engagierten Vereine angemessen berücksichtigt wird.

Nachfolgend veröffentlichen wir daher unsere Anfrage vom 02.06.2026 im Wortlaut:

 

An die Redaktion des Rhein-Sieg Rundschau / Rhein-Sieg-Anzeiger

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse haben wir Ihre Berichterstattung über den Vorfall auf der Wolsdorfer Kirmes verfolgt.

Zunächst möchten wir ausdrücklich festhalten, dass wir jede Form von Rassismus, Diskriminierung und menschenverachtenden Parolen ablehnen. 

Der geschilderte Vorfall entspricht weder den Werten der Wolsdorfer Kirmes noch denen der teilnehmenden Vereine.

Gleichzeitig möchten wir unsere Sorge über die Wirkung der Berichterstattung, insbesondere der Überschrift der Printausgabe vom 2. Juni 2026 

„Nazi-Parolen auf Wolsdorfer Kirmes“, zum Ausdruck bringen.

Nach unserem Verständnis beschreibt der Artikel einen Vorfall, der von einer kleinen Personengruppe ausging und bei dem der DJ unmittelbar reagierte. 

Die Überschrift stellt jedoch die gesamte Veranstaltung in einen Zusammenhang mit rechtsextremen Parolen.

Viele Leser nehmen erfahrungsgemäß vor allem die Überschrift wahr. Für zahlreiche Menschen entsteht dadurch der Eindruck, 

die Wolsdorfer Kirmes insgesamt sei von solchen Vorfällen geprägt oder dulde entsprechende Verhaltensweisen.

Dies steht im deutlichen Widerspruch zu den tatsächlichen Abläufen sowie zum Selbstverständnis der teilnehmenden Vereine.

Die Wolsdorfer Kirmes wird seit Generationen von Ehrenamtlern organisiert. Hunderte Vereinsmitglieder investieren jedes Jahr unzählige Stunden ihrer Freizeit, 

um ein friedliches und sicheres Fest für Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu ermöglichen. Zu diesem Engagement gehören erhebliche Investitionen 

in Sicherheitsmaßnahmen, die Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsamt sowie ein klares Eintreten gegen jede Form von Diskriminierung und Gewalt.

Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie höflich fragen:

- Hält die Redaktion die gewählte Überschrift rückblickend für angemessen und verhältnismäßig?

- Wurde bei der Formulierung berücksichtigt, welche Auswirkungen eine solche Überschrift auf die Wahrnehmung einer traditionsreichen Veranstaltung, ihrer ehrenamtlichen Helfer sowie der beteiligten Familien und Vereine haben kann?

- Wie bewertet die Redaktion die Gefahr, dass durch die Überschrift die gesamte Kirmes mit dem Verhalten einzelner Besucher gleichgesetzt wird?

Uns geht es ausdrücklich nicht darum, den Vorfall zu relativieren oder eine Berichterstattung darüber zu verhindern. Vielmehr wünschen wir uns eine ausgewogene Darstellung, die zwischen dem Fehlverhalten Einzelner und dem Charakter einer Veranstaltung unterscheidet, die seit vielen Jahrzehnten für Gemeinschaft, Brauchtum und ehrenamtliches Engagement steht.

Da der Beitrag sowohl in der Rhein-Sieg Rundschau als auch im Kölner Stadt-Anzeiger beziehungsweise Rhein-Sieg-Anzeiger 

veröffentlicht wurde, richten wir unsere Anfrage an die gemeinsame Lokalredaktion.

Für eine Stellungnahme wären wir Ihnen dankbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Bernd Junkersfeld

1. Vorsitzender 

Junggesellenverein & Männerreih Rosenhügel von 1923 e.V.

(Ausrichter der Wolsdorfer Kirmes)